Bilanz
Pünktlich zu Neujahr (naja, fast) ist die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Ich habe den Eindruck, dass da wirklich viel passiert ist und ich ein ganzes Stück älter geworden bin. (Ja, für alle Schlauberger, es waren wie in jedem Jahr genau 365,25 Tage... Aber ihr wisst schon, wie ich das meine.)
2008 war ein Jahr der Veränderungen. Vor einem Jahr war mein Ziel das baldige Ende des Studiums und der direkte Weg in die Schule. Zwölf Monate, knapp zwei Semester und eine Bachelorarbeit später kann ich mir durchaus auch eine andere Zukunft vorstellen... Und was das Ende des Studiums betrifft, bin ich hin- und hergerissen: Ich sehne mich nach dem Ende des Master-of-Education-Desasters, will aber noch ganz viel in der KlaPhi lernen, bevor ich fertig werde. Irgendwo wäre es da ja die nahe liegendste Lösung, den Lehramts-Master zu schmeißen und sich auf was Fachbezogenes zu verlegen - aber die Vernunft hindert mich daran. Warum nach sieben Semestern Kampf die Sicherheit "Lehramt" aufgeben? Das wäre Verschwendung. Zumal ich mir eine Zukunft als Lehrerin auch vorstellen kann. Wenn nur dieses blöde Studium nicht wäre, in dem ich unendlich viel Zeit für sinnfreien Schrott aufwenden und deshalb meine fachlichen und privaten Interessen vernachlässigen muss...
Trotzdem hat sich auch im privaten Bereich viel getan. Ich habe (insbesondere durch den Chor) neue Freunschaften geschlossen und mit meinen Freunden schwierige Zeiten (soap-verdächtige Beziehungskrisen und ähnliche Späße) überstanden. Ich bin in die Stimmgruppenleitung gerutscht, habe viel Freude dabei, mache meinen Job gut (wenn man den Aussagen der Mädels glauben darf) und habe mit Benni mein erstes Stück arrangiert. Aber auch außerhalb vom Chor habe ich nette Menschen kennen gelernt - was wohl nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass ich sehr viel Zeit im Seminar verbringe (dort arbeitet es sich zumindest für Latein-Sachen einfach zeitsparender als zu Hause) und da inzwischen zu den Leuten gehöre, die quasi Seminar-Inventar sind. Jetzt bin ich also auch eine von denjenigen, zu denen wir früher immer aufgeschaut haben... Man fühlt sich irgendwie alt, wenn ein neuer Schwung Erstis durchs Seminar fegt und im Tutorium unterwiesen werden will. Meine Schützlinge aus dem letzten Jahr sind plötzlich schon Drittsemester, die "Kleinen", die im Jahr nach uns angefangen haben, sitzen mit uns im Hauptseminar und sind eigentlich auch schon "Große" - da merkt man plötzlich, wie weit man selbst schon gekommen ist.
Stichwort "Tutorium": Ich liebe diesen Job, auch wenn er viel mehr Zeit frisst, als ich bezahlt bekomme. Aber ich werde ja anderweitig entlohnt: Durch die geniale Zusammenarbeit mit unserer Chefin, durch meinen persönlichen Wissenszuwachs, durch die Freude am Vorbereiten und Unterrichten, durch die Unterrichtserfahrung, die ich sammle, durch den Spaß, den die Erstis am Tutorium haben, und durch die Dankbarkeit, die sie zeigen... Ein paar Momentaufnahmen: Eine Tutandin nach dem ersten Tutorium: "Du machst das echt toll!" Ein Haufen Erstis schenkt uns Tutoren zu Weihnachten einen Korb voller Süßkram. Die "Kleinen" jubeln begeistert, als sie die an die Probeklausur getackerten Gummibärchentüten sehen. Einige Küken lassen sich von mir direkt vor den Weihnachtsferien nach dem Tutorium eine Stunde lang in die Geheimnisse des Latein-B.A.-Studienplans einführen und freuen sich 'nen Ast, dass ich mir so viel Zeit für sie nehme. Die Kleinen (1. und auch 3. Semester) kommen in der Bibliothek zu mir gelaufen, wenn sie etwas nicht wissen/finden/verstehen, und fragen. Auch wenn viele mich für verrückt halten, das alles ist mir viel wichtiger als die 130 Euronen pro Monat.
Nächstes Thema... Im letzten Frühjahr hat sich durch meine Aufnahme in die Förderung des evangelischen Studienwerkes für mich ein neuer Horizont erschlossen: Ich habe bei den Auswahlen, der Einführungsfreizeit, den Konventstreffen und besonders bei der Sommeruni viele Begegnungen und Erlebnisse gehabt, die mich nachhaltig beeinflusst haben. Ich bin froh, dass mir die Möglichkeit dazu gegeben wurde. Ich hätte vorher nie gedacht, was es für mich und mein Leben bedeuten würde, Villigsterin zu sein - auch wenn (oder gerade weil?) ich nicht zu den Leuten gehöre, die sich in der Gremienarbeit engagieren oder auf andere Weise besonders viel mit dem Studienwerk zu tun haben. Diese Gemeinschaft ist schon etwas besonderes...
Was bleibt sonst vom Jahr 2008? Eindrücke von Reisen (Österreich, Langeleben, Altenkirchen, Villigst, Köln, Mallorca, Dresden) und nicht zuletzt das beruhigende Gefühl, dass ich mit Steffen einen Menschen gefunden habe, der mich nicht nur durch ein turbulentes Jahr 2008 begleitet hat, sondern das auch den Rest des Lebens tun wird.
2008 war ein Jahr der Veränderungen. Vor einem Jahr war mein Ziel das baldige Ende des Studiums und der direkte Weg in die Schule. Zwölf Monate, knapp zwei Semester und eine Bachelorarbeit später kann ich mir durchaus auch eine andere Zukunft vorstellen... Und was das Ende des Studiums betrifft, bin ich hin- und hergerissen: Ich sehne mich nach dem Ende des Master-of-Education-Desasters, will aber noch ganz viel in der KlaPhi lernen, bevor ich fertig werde. Irgendwo wäre es da ja die nahe liegendste Lösung, den Lehramts-Master zu schmeißen und sich auf was Fachbezogenes zu verlegen - aber die Vernunft hindert mich daran. Warum nach sieben Semestern Kampf die Sicherheit "Lehramt" aufgeben? Das wäre Verschwendung. Zumal ich mir eine Zukunft als Lehrerin auch vorstellen kann. Wenn nur dieses blöde Studium nicht wäre, in dem ich unendlich viel Zeit für sinnfreien Schrott aufwenden und deshalb meine fachlichen und privaten Interessen vernachlässigen muss...
Trotzdem hat sich auch im privaten Bereich viel getan. Ich habe (insbesondere durch den Chor) neue Freunschaften geschlossen und mit meinen Freunden schwierige Zeiten (soap-verdächtige Beziehungskrisen und ähnliche Späße) überstanden. Ich bin in die Stimmgruppenleitung gerutscht, habe viel Freude dabei, mache meinen Job gut (wenn man den Aussagen der Mädels glauben darf) und habe mit Benni mein erstes Stück arrangiert. Aber auch außerhalb vom Chor habe ich nette Menschen kennen gelernt - was wohl nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass ich sehr viel Zeit im Seminar verbringe (dort arbeitet es sich zumindest für Latein-Sachen einfach zeitsparender als zu Hause) und da inzwischen zu den Leuten gehöre, die quasi Seminar-Inventar sind. Jetzt bin ich also auch eine von denjenigen, zu denen wir früher immer aufgeschaut haben... Man fühlt sich irgendwie alt, wenn ein neuer Schwung Erstis durchs Seminar fegt und im Tutorium unterwiesen werden will. Meine Schützlinge aus dem letzten Jahr sind plötzlich schon Drittsemester, die "Kleinen", die im Jahr nach uns angefangen haben, sitzen mit uns im Hauptseminar und sind eigentlich auch schon "Große" - da merkt man plötzlich, wie weit man selbst schon gekommen ist.
Stichwort "Tutorium": Ich liebe diesen Job, auch wenn er viel mehr Zeit frisst, als ich bezahlt bekomme. Aber ich werde ja anderweitig entlohnt: Durch die geniale Zusammenarbeit mit unserer Chefin, durch meinen persönlichen Wissenszuwachs, durch die Freude am Vorbereiten und Unterrichten, durch die Unterrichtserfahrung, die ich sammle, durch den Spaß, den die Erstis am Tutorium haben, und durch die Dankbarkeit, die sie zeigen... Ein paar Momentaufnahmen: Eine Tutandin nach dem ersten Tutorium: "Du machst das echt toll!" Ein Haufen Erstis schenkt uns Tutoren zu Weihnachten einen Korb voller Süßkram. Die "Kleinen" jubeln begeistert, als sie die an die Probeklausur getackerten Gummibärchentüten sehen. Einige Küken lassen sich von mir direkt vor den Weihnachtsferien nach dem Tutorium eine Stunde lang in die Geheimnisse des Latein-B.A.-Studienplans einführen und freuen sich 'nen Ast, dass ich mir so viel Zeit für sie nehme. Die Kleinen (1. und auch 3. Semester) kommen in der Bibliothek zu mir gelaufen, wenn sie etwas nicht wissen/finden/verstehen, und fragen. Auch wenn viele mich für verrückt halten, das alles ist mir viel wichtiger als die 130 Euronen pro Monat.
Nächstes Thema... Im letzten Frühjahr hat sich durch meine Aufnahme in die Förderung des evangelischen Studienwerkes für mich ein neuer Horizont erschlossen: Ich habe bei den Auswahlen, der Einführungsfreizeit, den Konventstreffen und besonders bei der Sommeruni viele Begegnungen und Erlebnisse gehabt, die mich nachhaltig beeinflusst haben. Ich bin froh, dass mir die Möglichkeit dazu gegeben wurde. Ich hätte vorher nie gedacht, was es für mich und mein Leben bedeuten würde, Villigsterin zu sein - auch wenn (oder gerade weil?) ich nicht zu den Leuten gehöre, die sich in der Gremienarbeit engagieren oder auf andere Weise besonders viel mit dem Studienwerk zu tun haben. Diese Gemeinschaft ist schon etwas besonderes...
Was bleibt sonst vom Jahr 2008? Eindrücke von Reisen (Österreich, Langeleben, Altenkirchen, Villigst, Köln, Mallorca, Dresden) und nicht zuletzt das beruhigende Gefühl, dass ich mit Steffen einen Menschen gefunden habe, der mich nicht nur durch ein turbulentes Jahr 2008 begleitet hat, sondern das auch den Rest des Lebens tun wird.

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